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An Hand
einer täglich wiederholten Einschätzung der voraus berechneten
Windstärke für unsere Ecke von Teneriffa kannst du dir ein Bild von der
Brauchbarkeit der Langzeit-Rechnungen des GFS-Modells (Global Forecast
System) verschaffen.
Hier betrachten wir die Entwicklung für den
15. Februar 2006
30.1.06 - 384 Stunden
Es sieht aus als würde der
Computer in der Neuen Welt anfangen zu spinnen. Er rechnet nach ewig
langer Flaute "36@026"
(das sind 26 Knoten aus 36°) für den 15.2. aus. Das bedeutet: eine Bodenströmung,
aus der sich für uns satte acht
Beaufort ergäben.
31.1.06 - 360 Stunden
Es bleibt dabei. Der Computer errechnet zwar nur noch 33@025,
aber das reicht immer noch für 43 Kt bei uns auf der Ecke. Und auch für
den Folgetag (den 16. Februar) bleibt es unter Verwendung unserer
Umrechnungsfaktoren mit 37@027 bei acht
Beaufort.
1.2.06 - 336 Stunden
Ein wenig hat es sich verschoben. Nun bringen uns die Rechenergebnisse am
14. und 15. noch nichts. Erst am 16. würde die Luftdruckverteilung das
ersehnte Flugwetter bringen. Allerdings "nur" mit sieben
Beaufort.
2.2.06 - 312 Stunden
Alle Illusionen dahin? Nach den heutigen Resultaten erwartet uns am 15.
nur noch eine schlappe 4. Zwar könnten wir danach für den 17. noch mit 6
Bft rechnen. Aber der 16. lässt uns allenfalls fünf Beaufort.
3.2.06 - 288 Stunden
Es ist wohl wirklich so: auch nach den heutigen Resultaten dürfen wir
erst am 18. mit ordentlich Wind rechnen. Der 16. lässt uns allenfalls drei
Beaufort. Offenbar ist das also wieder mal ein Problem der Zeit; Das
HOCH bildet sich zwar, aber es wird erst Tage später wirksam :-(
4.2.06 - 264 Stunden
Nun schlägt's dem Fass den Boden ins Gesicht: nach kräftigem Hack aus
der "falschen" Richtung gerate wir am 11ten in eine
Nordströmung, die mehrere Tage anhält. Nach unserer Einschätzung bringt
uns das hier in der Bucht wirklich nichts. Wir müssen also
prognostizieren: zwei
Beaufort.
5.2.06 - 240 Stunden
Nun greift nach den Rechenergebnissen am 15./16. ein kräftiges TIEF mit
seinen Wirkungen. Irre starke Winde von Nord, die wir nicht einschätzen
können. Mit unserer Umrechnungstabelle ergeben sich für unsere Bucht vier
Beaufort. Aus Nord? Als Rückströmung aus Süd? Wir können es bei
bestem Willen nicht einschätzen. Müssen halt unsere Erfahrungen um diese
Situation erweitern, wenn wir das durchgestanden haben...
6.2.06 - 216 Stunden
Inzwischen sind wir an der angepeilten Monatsmitte so weit dran, dass es
für die Realität brauchbar wird. Unter "normalen" Bedingungen.
Aber diesmal?? Keine Ahnung. Solche Tiefdruck-Wirbel bewegen sich
dermaßen unkalkulierbar, dass wir das noch viel näher an uns ran kommen
lassen müssen. Noch können wir auf die Frage keine Antwort geben, wie
viel Beaufort. Ich meine, keine sachliche. Klar, an
Biertisch-Spekulationen könnten auch wir uns beteiligen. Und schlau daher
reden. Aber das ist nicht unser Ding. Wenn wir nicht sicher sind, geben
wir das zu. Das ist diesmal der Fall. Zum Glück haben wir ja bislang
immer in der Möglichkeitsform gesprochen...;-) Und heute sehen unsere
Rechenergebnisse aus wie
sechs Beaufort. Sogar aus
der "richtigen" Richtung. Ob wir wohl optimistisch bleiben
dürfen wie zu Beginn unserer Beobachtungen?
7.2.06 - 192 Stunden
Verrückt: nach einem erfreulichen Beginn und Fortbestand traumhafter
Passatströmung auf absehbaren Zeitraum (16 Tage) zeichnen die Götter in
die von uns angepeilte Monatsmitte einen Break: vier Beaufort. Aber
immerhin nun wieder aus der "richtigen" Richtung.
8.2.06 - 168 Stunden
Die Götter haben sich besonnen: nachdem nun der Vorhersagezeitraum auf
übersichtliche acht Tage zusammen geschrumpft ist und damit die
Bodendruckkarten bereits auf den mittelfristigen Aufzeichnungen erkennbar
sind, dürfen wir den Optimismus recht selbstsicher verbreiten. Die
Großwetterlage entwickelt sich zu der unseren. Und zur Monatsmitte
dürfen wir (fest) mit sechs Beaufort rechnen.
9.2.06 - 144 Stunden
Es bleibt dabei: nachdem es sich nun nur noch um
"mittelfristige" Vorhersagen handelt, wird es wohl zur
Monatsmitte auch so kommen. Die
Großwetterlage entwickelt sich zu der unseren. Nach heutigem Stand dürfen wir mit sieben Beaufort rechnen.
10.2.06 - 120 Stunden
Mit der erneuten Bestätigung wagen wir zu behaupten: es wohl zur
Monatsmitte (fast) so kommen
wie vor 11 (!) Tagen aus den Vorhersagen abzulesen war:
sieben Beaufort aus der "richtigen" Richtung.
11.2.06 - 96 Stunden
Es bleibt dabei: auch mit den nun vorliegenden Eingangsdaten errechnet das
Computermodell "GFS" für den 15ten eine Bodenströmung um die
20 Knoten aus etwa 50°. Das bedeutet für uns sieben Beaufort aus der "richtigen" Richtung.
Was wollen wir mehr? Ab morgen packen wir das nun auch schon in die
detaillierte Grafik. Wenn das da noch immer so erscheint, kann man das
Ticket getrost buchen (die Mittwoch-Flüge
sind in der Regel die günstigsten am Markt ;-))
12.2.06 - 72 Stunden
Nun sind wir so nahe dran, dass wir mit gutem Gewissen schon detaillierte
Angaben zur Entwicklung im Tagesverlauf machen. Im Drei-Stunden-Abstand
liefert das GFS die Werte. Wir lesen daraus, dass der Wind im Laufe des
Tages zwar etwas abnehmen wird, aber bei den errechneten 22 Knoten aus
knapp 50° ergeben sich hier bei uns am Strand auf jeden Fall sieben Beaufort.
Aus der "richtigen" Richtung.
13.2.06 - 48 Stunden
Heute kommen die Rechenergebnisse noch mal etwas modifiziert. Nach
neuestem Stand kommt der Wind lediglich auf
sechs Beaufort. Aber das
Gute daran: er hält sich in etwa gleicher Stärke den ganzen Tag. Nun bauen wir die Rechenergebnisse fest in unsere Planung ein. Das
bedeutet: keine Anfängerschulung und genügend Auszeit für die
Belegschaft ;-))
14.2.06 - 24 Stunden
Nun ist es amtlich: sechs Beaufort. Und volle Bestätigung der
gestrigen Rechenergebnisse. Nach unserer Erfahrung ändert sich also nun
nichts mehr. Also darf niemand erwarten, dass er morgen Antwort auf irgend
welche mails erhält ;-))
15.2.06 - das war's!
Sieben Beaufort. Da soll noch einer sagen, die Langzeit-Rechnungen
der Computermodelle taugen nichts. Wir finden: für eine gezielte
Urlaubsplanung ist das gar nicht so abwegig. Abgesehen von dem Ausrutscher
um die 260 Stunden vorher (das sind halt die problematischen 11 Tage) ist
das doch wieder sehr beeindruckend, oder? Wenn ich heute hier angekommen
wäre, könnte ich mir jedenfalls kein größeres Glück vorstellen ;-))
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